Wichteln: Regeln und Ablauf
Wichteln ist schnell erklärt: Jede Person zieht heimlich einen Namen und beschenkt genau diese Person. Damit es fair bleibt und allen Spaß macht, helfen ein paar einfache Regeln.
Wie funktioniert Wichteln?
Beim Wichteln beschenken sich die Mitglieder einer Gruppe nicht gegenseitig, sondern jede Person bekommt per Los genau eine andere Person zugeteilt. Wer wen gezogen hat, bleibt bis zur Bescherung geheim – manchmal auch darüber hinaus. So bekommt jede Person genau ein Geschenk, und niemand muss für alle einkaufen.
Das Prinzip ist in vielen Ländern bekannt: In Deutschland heißt es Wichteln, im Norden auch Julklapp, in Österreich Engerl-Bengerl oder Christkindl, im Englischen Secret Santa.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Gruppe festlegen. Wer macht mit? Ab drei Personen funktioniert Wichteln, richtig Spaß macht es ab etwa fünf.
- Budget und Datum vereinbaren. Ein fester Betrag sorgt dafür, dass niemand über- oder unterbeschenkt wird. Das Datum ist meist die Weihnachtsfeier oder der Heilige Abend.
- Auslosen. Klassisch mit Zetteln aus einer Mütze – oder online, wenn nicht alle am selben Ort sind. Wichtig: Niemand darf sich selbst ziehen.
- Geschenk besorgen. Passend zum Budget und, wenn vorhanden, zu den Wünschen der beschenkten Person.
- Bescherung. Alle Geschenke werden gemeinsam übergeben. Ob die Wichtel sich zu erkennen geben, entscheidet die Gruppe.
Die wichtigsten Regeln
1. Niemand zieht sich selbst
Klingt selbstverständlich, passiert beim Zettelziehen aber ständig – dann muss neu gezogen werden, und das Geheimnis ist oft schon verraten. Eine Online-Auslosung schließt das von vornherein aus.
2. Das Budget gilt für alle
Ob 10, 20 oder 50 Euro: Der Betrag ist eine Obergrenze, kein Richtwert zum Überbieten. Wer deutlich mehr ausgibt, setzt die anderen unter Druck. Ideen für jede Preisklasse findet ihr bei den Wichtelgeschenken nach Budget.
3. Geheim ist geheim
Der Reiz liegt im Rätseln. Wer verrät, wen er gezogen hat, nimmt allen den Spaß. Auch die Person, die organisiert, sollte die Zuteilung nicht kennen – sonst kann sie nicht unbefangen mitspielen.
4. Ausnahmen vorher festlegen
Paare, Geschwister oder Kolleginnen, die sich ohnehin beschenken, sollen sich oft nicht gegenseitig ziehen. Solche Ausschlüsse müssen vor der Auslosung feststehen.
5. Wünsche helfen
Ein paar Stichworte wie „Tee“, „Krimis“ oder „etwas für den Garten“ machen das Schenken leichter. Am besten sieht die Wünsche nur der eigene Wichtel.
Welches Budget ist üblich?
| Gruppe | Übliches Budget |
|---|---|
| Schulklasse | 5 bis 10 Euro |
| Büro und Verein | 10 bis 20 Euro |
| Freundeskreis | 15 bis 25 Euro |
| Familie (Erwachsene) | 25 bis 50 Euro |
| Schrottwichteln | 0 Euro |
Beliebte Varianten
- Wichteln mit Wunschzettel: Alle tragen vorab Wünsche ein, damit jedes Geschenk ankommt.
- Schrottwichteln: Statt zu kaufen, verschenkt jede Person etwas Kurioses von zu Hause.
- Wichteln mit Würfeln: Die Geschenke wechseln per Würfelwurf den Besitzer – ohne vorherige Auslosung.
- Wichteln mit Motto: Etwa „Selbstgemacht“, „Etwas zum Naschen“ oder „Alles in Rot“. Ein Motto erleichtert die Suche und sorgt für Gesprächsstoff.
Online wichteln mit Wichtely
Mit Wichtely legt eine Person die Gruppe an, trägt die Namen ein und teilt einen Link – zum Beispiel per WhatsApp. Jede Person wählt ihren Namen und sieht nur, wen sie selbst beschenkt. Selbstziehen ist ausgeschlossen, Paare lassen sich ausschließen, und auch die Organisatorin kennt die Zuteilung nicht. Ohne Anmeldung, kostenlos und mit automatischer Löschung nach der Bescherung.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Personen kann man wichteln?
Ab drei Personen. Bei nur zwei Personen wüsste ja jede sofort, wer sie beschenkt.
Was passiert, wenn jemand absagt?
Dann muss neu ausgelost werden, sonst bleibt eine Person ohne Geschenk. Online geht das mit einem Klick; alle ziehen danach einfach noch einmal.
Muss man sich als Wichtel zu erkennen geben?
Nein. Manche Gruppen lösen bei der Bescherung auf, andere lassen es ein Geheimnis. Beides ist in Ordnung – wichtig ist nur, dass es vorher alle wissen.